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Gibson Les Paul Gitarre: Mythos, Testbericht, Vergleich und Kaufberatung (ohne Schnickschnack)
Nach einer – nun ja, ehrlich gesagt – zehnjährigen Pause habe ich endlich wieder eine Les Paul in die Hand genommen. Schon beim ersten Akkord, im Clean-Modus, spürte ich die Vibrationen des Korpus an meinem Bauch; beim zweiten, verzerrten Akkord schrieb mein Nachbar „Bitte leiser machen“ an die Tür. Ein gutes Zeichen. Es erinnerte mich daran, warum die Gibson Les Paul bei so vielen Gitarristen so begehrt ist: Sie ist schwer, hat einen warmen Klang, und wenn sie gut klingt, klingt sie lange nach. Und ja, wir werden über Gewicht, Tonabnehmer, Hals und auch über den Preis sprechen (denn der Bankberater hat kein Gespür für Nachhall).
In diesem Artikel biete ich einen sehr praktischen Überblick: Zwei Modelle im Test, ein klarer Vergleich, Tipps zum Setup und cleveres Zubehör, um das Beste aus deiner Les Paul herauszuholen. Ich habe auch einige Amazon-Affiliate-Links eingefügt: Wenn du sie nutzt, unterstützt du den Blog, ohne dass dir zusätzliche Kosten entstehen. Vielen Dank und los geht's!
Warum findet die Les Paul so großen Anklang?
Es lässt sich in drei Worten zusammenfassen: Wärme, Sustain, Charakter . Traditionell besteht die Les Paul aus einem Mahagonikorpus mit Ahorndecke, einem eingeleimten Hals und einer kürzeren Mensur als vergleichbare Modelle. Das Ergebnis: ein satter Mittenbereich, ein Bass, der sich im Mix behauptet, Höhen, die nicht schrill klingen, und dieses Gefühl von lang anhaltendem Sustain (hallo, Sustain!), wenn man den Bending-Ton mit Liebe hält.
- Der Klang: ideal für Rock, Blues, Hard Rock, Stoner Rock, kantigen Pop und sogar sanften Jazz, wenn man den Ton etwas leiser stellt.
- Der Schaft: im 50er-Jahre-Profil (runder, „Baseballschläger“) oder im 60er-Jahre-Profil (dünner, schneller). Mehr dazu weiter unten.
- Die Tonabnehmer: Humbucker, P-90s oder Mini-Humbucker, jeder mit seinem eigenen Charakter. Keine Panik, ich erkläre das später alles genauer.
- Das Gewicht: Ja, sie ist nicht federleicht. Aber dank des breiten Armbands vergisst man das fast.
Wie Sie Ihre Gibson Les Paul auswählen (ohne sich im Fachjargon zu verlieren)
- Budget: Festlegen und dabei bleiben. Zwischen einem Vintage-Modell, der erschwinglicheren „Tribute“-Serie und einem „Deluxe“-Modell mit modernen Optionen ist für (fast) jedes Budget etwas dabei.
- Halsprofil: 50er Jahre = dicker, angenehm für Hände, die Material bevorzugen; 60er Jahre = dünner und schneller; einige Jahrgänge bieten einen etwas breiteren Hals (darauf kommen wir noch zurück).
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Mikrofontyp:
- Humbucker: fetter, brummfreier Sound mit langem Sustain.
- P-90: Einzelspule, bissiger, granular, dynamisch.
- Mini-Humbucker: irgendwo dazwischen: präziser/knackiger als ein Humbucker, leiser als ein P-90.
- Oberflächenbeschaffenheit und Komfort: seidenmatt (glänzend, weniger „glänzend“) vs. glänzend (optisch „wow“); das Gewicht variiert je nach Holzart und Gewichtsverteilung.
- Hardware und Elektronik: Tune-o-matic-Steg, Saitenhalter, herkömmliche Mechaniken oder automatisches Stimmsystem (je nach Baujahr). Prüft die Stimmstabilität und die Zugänglichkeit der Einstellmöglichkeiten.
- Einsatzmöglichkeiten: Was spielst du? 70er-Jahre-Rock? Moderner Metal? Blues/Pop? Passe die Tonabnehmer und den Hals an deinen Spielstil an.
Test 1 – Gibson Les Paul 50s Tribute 2016 T (Satin Honey Burst)
Ich habe eine Schwäche für seidenmatte Lackierungen. Man spürt das Holz besser, es ist glatt, und ich sehe über die erste kleine Macke viel entspannter hinweg. Diese Gibson Les Paul 50s Tribute T von 2016 erfüllt all diese Kriterien: ein authentischer Vintage-Look, ein direktes Spielgefühl und ein Old-School-Pickup-Sound, der einen schon bei den ersten Riffs zum Lächeln und Mitnicken bringt.
- Richtpreis: 1.900,00 € (kann sich ändern, siehe Link).
- Kundenbewertung: 4,4/5.
- Hals: Profil im Stil der 50er Jahre, rund und angenehm in der Hand. Wenn Sie gerne eine Gitarre in der Hand halten, werden Sie sie lieben.
- Finish: Satin Honey Burst: dezent und edel, ohne an den Fingern zu kleben.
- Klang: Ein Vintage-Ton, der im Overdrive schön knurrt und im Clean-Modus warm klingt. Perfekt für Blues, Rock und Classic Rock.
Auf der Bühne und bei Proben: Die Stimmstabilität ist mit dünnen Saiten hoch, und die Balance ist im Sitzen wie im Stehen gut. Der einzige Nachteil, wie bei jeder Les Paul, ist, dass man sie in den Schultern spürt, wenn man von einer sehr leichten Gitarre kommt. Ein breiter Gurt ist daher sehr empfehlenswert.
Was mir gefiel: das angenehme Holzgefühl, der Hals im Stil der 50er-Jahre, der zum langsameren Spielen und zum Ausklingen der Töne einlädt, die dynamische Ansprache. Was mir weniger gefiel: Wer ultradünne Hälse und Hochglanzlackierung bevorzugt, ist mit diesem Modell nicht gut beraten.
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Test 2 – Gibson USA Les Paul Deluxe 2015 (Weinrot)
2015 war für Gibson ein etwas gewagtes Jahr. Ein breiterer Sattel, Innovationen an Sattel und Stimmmechanik sowie eine Les Paul Deluxe, oft mit Mini-Humbuckern für einen etwas bissigeren Sound. Verständlicherweise war ich neugierig (und etwas skeptisch), als ich sie zum ersten Mal in den Händen hielt. Das Urteil? Überraschend im positiven Sinne, wenn man aufgeschlossen ist.
- Richtpreis: 700,00 € (bitte prüfen, der Preis kann sich ändern… und es ist oft ein Schnäppchen, das man im Auge behalten sollte).
- Kundenbewertung: 4,1/5.
- Hals: Am Sattel etwas breiter als üblich (wie im Jahr 2015 zu erwarten). Sehr komfortabel für präzises Spiel; offene Akkorde klingen luftig.
- Tonabnehmer: Deluxe-Charakter, definierter, kontrollierter Biss, hervorragend geeignet für Crunch- und nervöse Clean-Töne.
- Abgang: Weinrot, edel, mit einem Hauch von „feinen Abendinstrumentenbau“.
Unterwegs: Die „modernen“ Features von 2015 spalten mitunter die Gemüter, doch wer eine LP sucht, die neue Wege geht, ohne ihre Wurzeln zu verlieren, trifft damit eine kluge Wahl. Im Mix kommen die subtilen Brummgeräusche gut zur Geltung, und die Gitarre sticht klar hervor, ohne dabei matschig zu wirken.
Was mir gefiel: die klare Definition, die Fähigkeit, sich im modernen Pop/Rock-Mix durchzusetzen, und der Komfort des breiten Halses beim Fingerstyle (ja, wirklich, eine Les Paul für Fingerstyle, ich gebe es zu). Was mir weniger gefiel: Man muss die ästhetischen und ergonomischen Entscheidungen von 2015 akzeptieren. Wenn du ein eingefleischter Purist bist, ist sie vielleicht nicht das Richtige für dich.
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Intelligentes Zubehör für Ihre Les Paul
Gibson Les Paul Premium Electric Ultra‑Light 09‑42 (SEG‑LES9) Saiten
Saiten werden oft unterschätzt. Auf einer Les Paul (kürzere Mensur) sind 9-42er Saiten immer noch unglaublich gut spielbar und ermöglichen samtweiche Bendings. Wenn du bisher 10-46er Saiten gespielt hast, wirst du die Flexibilität spüren und dein Vibrato wird wahrscheinlich voller klingen.
- Empfohlener Preis: 14,40 €
- Kundenbewertung: 4,3/5.
- Warum ich es liebe: Flexibilität, regulierbare Helligkeit, angenehmes Spielgefühl. Perfekt zum Erlernen sauberer Bendings.
- Hinweis: Wenn Sie kräftig anschlagen oder tiefer stimmen, sollten Sie für mehr Sustain an 10-46 denken.
Siehe die Saiten und den Preis
„Silver Hat Bell Top“-Knopfset für Les Paul
Haben Sie genug von Ihren alten, abgenutzten Reglern? Tauschen Sie sie günstig aus und schon kann es losgehen! Dieses Set aus 2 Ton- und 2 Lautstärkereglern passt perfekt auf Gibson LP/SG-Gitarren. Ein kleiner optischer Kniff, der die Spielfreude neu entfacht (ja, der psychologische Effekt ist real … ich gebe es zu!).
- Empfohlener Preis: 7,11 €
- Kundenbewertung: 4,2/5.
- Warum es mir gefällt: einfache Installation, Vintage-Look, gute Sichtbarkeit der Graduierungen.
- Tipp: Fotografieren Sie die Verkabelung und deren Position, bevor Sie irgendetwas herausreißen (ja, aus Erfahrung…).
Schneller Vergleich: 2016 T 50s Tribute vs. 2015 Les Paul Deluxe
| Merkmale | Gibson Les Paul 50s Tribute 2016 T | Gibson USA Les Paul Deluxe 2015 |
|---|---|---|
| Bild |
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| Jahr / Serie | 2016 – Tribute (T) | 2015 – Deluxe |
| Hülsenprofil | 50er (runde Scheine, „voll“ in der Hand) | 2015 breiter am Sattel, präziser Komfort |
| Mikrofontyp | Vintage-Grain (Old-School-Humbucker) | Deluxe-Charakter, Mini-Humbucker |
| Abschluss | Satin Honey Burst | Weinrot (glänzend) |
| Empfohlene Verwendung | Blues, Classic Rock, Hard Rock der 70er | Moderner Pop/Rock, Funk/Rock, präziser Crunch |
| Richtpreis | 1.900,00 € | 700,00 € |
| Kundenbewertung | 4,4/5 | 4,1/5 |
| Stärken | Holzhaptik, Wärme, Nachhaltigkeit, Authentizität | Definition, stabiler Griff, starke Persönlichkeit |
| Grenzen | Dicke Hülle, wenn Sie ultradünne bevorzugen | Ästhetische/ergonomische Entscheidungen für 2015: Gefällt es euch oder nicht? |
| Kauf-Link | Siehe die 50er-Jahre-Tribute-Show 2016 T | Sehen Sie sich die Deluxe-Version von 2015 an |
Mein persönliches Fazit: Wer das authentische LP- Feeling mit einem Hals im Stil der 50er und einem schlichten, luftigen Finish sucht, wird mit der 2016 50s Tribute T begeistert sein. Wer sich hingegen von der Masse abheben möchte, ohne dabei die LP-Welt zu verlassen, und dabei mehr Attack und einen Hals bevorzugt, der präzises Spiel fördert, sollte sich die 2015 Deluxe genauer ansehen (und sie bietet oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis).
Setup-Tipps für eine Les Paul, die unter Ihren Fingern tanzt
- Angemessene Saitenlage: Beginnen Sie mit einer mittelniedrigen Saitenlage und passen Sie diese nach Gehör und Spielgefühl an (kein Schnarren der Bünde, lebendiges Sustain). Versuchen Sie nicht, eine extrem niedrige Saitenlage zu erreichen, wenn Sie dadurch den Spielspaß verlieren.
- Tonabnehmerhöhe: Erhöhen Sie sie langsam, bis der Verstärker gut angesteuert wird, und senken Sie sie dann leicht ab, um mehr Platz zu schaffen. Hals-/Steg-Tonabnehmer nach Gehör ausbalancieren, nicht mit einem Lineal.
- Neue Saiten: Bei Verwendung von 09-42 sollte der Sattel mit Graphitstiftmine eingefettet werden, um eine stabilere Stimmrückstellung bei starken Bendings zu gewährleisten.
- Breiter Riemen: 8 cm oder mehr, aus Leder oder Neopren, und Ihr Rücken wird es Ihnen danken.
- Regler: Lerne, mit den Lautstärke- und Klangreglern zu experimentieren. Eine Les Paul ist eine Nuancenmaschine: Lautstärke auf 7 für einen klaren, knackigen Ton, auf 10 für ein Solo; Klangregler auf 5, um einen zu aggressiven Steg-Pickup etwas abzumildern.
An wen richten sich diese beiden Les Pauls?
- Motivierter Einsteiger/Käufer: Die Deluxe 2015 kann ein kluger Einstiegspunkt sein, wenn das Budget eine wichtige Rolle spielt, und bietet Ihnen gleichzeitig eine echte Bühnen-LP.
- Bluesrocker aufgepasst: Der 50s Tribute 2016 T liefert den für dieses Genre typischen, weichen und singenden Mittenbereich. In Kombination mit einem Low-Gain-Overdrive-Pedal ist er ein wahrer Genuss.
- Moderner Allrounder: Der Deluxe 2015 überzeugt mit Definition und behauptet sich auch in anspruchsvollen Mixen (Pop/Rock/Indie).
- Für Vintage-Puristen: Sie werden den Hals im Stil der 50er Jahre, das Satin-Finish und die "Roots"-Seele der T. 2016 lieben.
FAQ – Die Fragen, die ihr mir immer wieder zu Les Pauls stellt
1) 50er-Jahre-Runde vs. 60er-Jahre-Runde: Welche soll man wählen?
Die 50er-Saite ist dicker und runder. Sie liegt gut in der Hand, fördert ein bewussteres Spiel und kann Druckstellen bei verkrampfter Hand lösen. Die 60er-Saite ist dünner, schneller und praktischer für schnelle Licks. Sie ist weder besser noch schlechter, sondern einfach eine Frage des Gefühls. Wenn du dir unsicher bist, schließe die Augen, spiele jeweils 5 Minuten auf beiden Saiten und achte auf dein Handgelenk.
2) Humbucker, P-90 oder Mini-Humbucker: Was macht das für einen Unterschied?
Humbucker: Voller, rauscharmer Klang, perfekt für Rock/Hardrock. P-90s: Kräftige Single-Coil-Tonabnehmer, ideal für Blues/Garage. Mini-Humbucker: Straffer und brillanter als Humbucker, weniger rauschend als P-90s, ideal, um sich im Mix durchzusetzen, ohne schrill zu klingen. Dein Verstärker und deine Finger erledigen den Rest.
3) Les Paul = schwere Gitarre, was ist mit meinem Rücken?
Breiter, weicher Gurt, ausgewogene Stehposition (Gitarre nicht zu tief, wie bei einem Helden der 80er), regelmäßige Pausen. Man kann auch im Sitzen mit einer niedrigen Fußstütze oder einem hohen Hocker spielen. Und die Gitarrenhöhe so einstellen, dass das Handgelenk in einer neutralen Position bleibt. Nicht glamourös, aber so funktioniert das Leben.
4) Schießen Sie 9-42 oder 10-46 auf einer Les Paul?
In der Stärke 09-42 ist sie flexibel und leicht zu spielen, perfekt für Bendings und ausdrucksstarkes Vibrato. Mit der Stärke 10-46 gewinnst du an Sustain und Stabilität, wenn du laut spielst oder tiefere Stimmungen verwendest. Beginne mit der Stärke 09 (wie den SEG-LES9 Saiten ) und entscheide später, ob du sie stärker aufziehen möchtest.
5) Worauf sollte ich vor dem Kauf einer Les Paul achten?
Halsausrichtung, eventuelles Schnarren der Bünde, Zustand der Bünde (flach, konkav?), Stimmstabilität, keine knackenden Potentiometer, sauberer Steg/Sattel und ein für Sie akzeptables Gewicht. Ein professionelles Setup (Halsstab, Intonation, Saitenlage) kann bei einer Les Paul einen enormen Unterschied machen.
Meine abschließenden Empfehlungen (ohne Umschweife)
- Ich will Vintage-Charme und unkomplizierten Spielkomfort: Dann ist die Gibson Les Paul 50s Tribute 2016 T – Satin Honey Burst genau das Richtige . Sie ist die „authentische“ Les Paul, die dir garantiert ein Lächeln ins Gesicht zaubert.
- Ich wünsche mir eine Les Paul, die sich im Mix durchsetzt und einen modernen Hals hat: Die Gibson USA Les Paul Deluxe 2015 – Wine Red erfüllt diese Anforderung mit Stil und oft zu einem attraktiven Preis.
- Ich will mühelose Bendings und einen Sound, der atmet: da brauche ich ein Set Gibson Les Paul Premium Ultra-Light 09-42 (SEG-LES9) .
- Ich möchte den Look günstig auffrischen: Tausche die Knöpfe gegen dieses Silver Hat Bell Top Set aus und entdecke deine Gitarre neu.
Noch etwas: Die hier angegebenen Preise sind Richtpreise zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes. Klickt, um die Verfügbarkeit und aktuelle Angebote zu prüfen; online ändern sich die Preise schnell. Und wenn ihr über die Links kauft, helft ihr diesem Blog, unabhängig zu bleiben – vielen Dank, liebe Gitarrenfreunde!
Hast du noch eine andere Les Paul, die ich mal ausprobieren soll? Einen Setup-Tipp, der dein Leben verändert hat? Schreib es uns in die Kommentare und wir teilen unsere Misserfolge und unsere besten Tipps.
Vielen Dank fürs Lesen und bis zum nächsten Artikel… Viel Spaß beim Jammen!
Vincent Aicardi



